Eine Bildungsrevolution …

oder 12 Thesen was sich in der Schule und unserem Bildungssystem ändern muss:

1  Zeitgemäße Bildungskonzepte nach Kompetenzen und 21st Century Skills

Unsere Welt befindet sich in einem dramatischen Wandel. Klimawandel, Digitalisierung, Robotik, Globalisierung u.v.m sind die Anforderungen an unsere Generation X und Y. Schule muss auf eine Zukunft ausbilden, die wir heute noch nicht kennen. Daher sind ausgebildete Kompetenzen wichtiger als pure Informationswidergabe.

4 K + und 21st Century Skills:

Früher war das anders. Es gab Berufe, die hatten schon die Eltern und die gab es einfach „immer“. Der Wunsch den einen oder anderen Beruf auszuüben wurde schon in der Schule geprägt und ggf. sogar die Schulform dementsprechend dazu ausgewählt.

Das geht so heute nicht mehr. Lt. der letzten PISA Studie von 2018 sehen die meisten 15 jährigen Mädchen sich in der Zukunft als Lehrerin oder Ärztin. Schöpft unser Bildungssystem hier wirklich die Möglichkeiten aus, Kinder kreativ auf eine Zukunft vorzubereiten?

2  Agile Methoden

Lernen wir doch aus der Wirtschaft für die Wirtschaft, die Kinder und die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.
Agile Methoden helfen, sich verändernden Prozessen zu stellen. Anpassungsfähigkeit und Kreativität sind zu schätzende Wettbewerbsvorteile für Unternehmen in einer globalisierenden Welt. J
e früher agile Methoden (Kanban, Design Thinking etc.) in schulischen Abläufen und Lernarrangements gelernt und erprobt werden, desto besser für die Zukunft unserer Kinder.

3  Bewertungsstrategien jenseits von Noten und Klausuren

30 Kinder zu einem Zeitpunkt X das gleiche abzufragen und dann nach gut oder weniger gut zu beurteilen ist komplett aus der Zeit gefallen. Es gibt vielfältige Alternativen!
Sprechen Sie uns gerne an.

4  Entwicklung einer positiven Fehlerkultur

Schule selbst muss ihren Duktus ändern. Kinder werden nicht nach ihren Fähigkeiten bewertet, sondern nach der Anzahl ihrer Fehler. Der Fokus wird auf das gelegt, was NICHT gut ist. Wo „noch nachgefolfen“ werden muss. Wenn Jugendliche aus der Schule kommen, wissen sie in der Regel, was sie alles NICHT können. Wie sollen sie da selbstbewusst in die Arbeitswelt einsteigen?
Die Schwerpunkte müssen in der Schule anders gesetzt werden.

 

5  Reduzierung und Neuorientierung des Fächerkanons auf Basis-Fächer und Projekt-Fächer

Basisfächer (oder Hauptfächer) in denen eine generelle Basiswissensvermittlung für alle Fächer/Bereiche stattfindet. Zusätzlich können dazu Projekt-Fächer installiert werden, in denen die Kompetenzen ihre Anwendung durch Lösungsstrategien finden.

6  Aus der Lehrkraft wird Coach

Der Lehrerbegriff sollte neu definiert werden in „Lern-Coach“ oder „Lernbegleiter“.

Wissen ist 24/7 verfügbar. Die Lehrperson als „Hüter des Wissens“ gibt es so nicht mehr. Die Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer wird in der Zukunft immer mehr die Begleitung der Lernenden sein. Sie zu beraten, zu coachen und sie so bestmöglich für die Zukunft vorzubereiten.

 

7 Verpflichtende Lehrerfortbildung und – weiterentwicklung

Ein wichtiger Punkt ist „lebenslanges Lernen“. Auch Lehrkräfte dürfen noch lernen. Keiner hat nach seinem Referendariat ausgelernt. Neue Anforderungen an Schule erfordern Skills und neue Methoden (siehe „Agile Methoden“).

 

8  Kontinuierliches Change-Management für die Schulen

Change-Management gilt nicht nur für Unternehmen, sondern genauso auch für die Institution Schule. Wenn sich die Welt um die Schule herum wandelt, muss sich auf Schule wandeln. Sie ist sonst eine Parallelinstitution und nimmt ihre eigentliche Aufgabe nicht mehr wahr.

9 Lerngruppen von Max. 15 Personen

Spätestens die Pandemie hat gezeigt, was wir schon immer wussten: In kleinen Gruppen lernt es sich viel besser!

10 Teilung in Stufen und Gruppen

Kinder sind sehr unterschiedlich in ihrer Entwicklung. Jahrgangsklassenstufen können in den Basisfächern greifen. Talent- und Themengruppen, also die „Projektfächer“, funktionieren gut jahrgangsübergreifend, wie auch schon oft in AGs bereits angewandt.

11  Weg mit dem Bildungsföderalismus – hin zu Bildung von Standards

  • 16 Bundesländer,
  • 16 Curricular und Vorgaben,
  • 16 Länder, denen die Lehrkräfte ihre die Aus- und Fortbildung zugeteilt sind und
  • Städte (Kommunen, Gemeinden) die sich um die (digitale) Ausstattung kümmern müssen. Das ist nicht mehr zeitgemäß.

Es kann nicht sein, dass unsere Kinder anders in Bremen oder Bayern ausgebildet werden.
Für die Lehrkräfte ist die Trennung zwischen Land und Stadt/Kommune mit den jeweiligen Zuständigkeiten problematisch. Ein abgestimmtes Ineinandergreifen und somit die erforderlichen Änderungen funktionieren nur sehr langsam.

12  Kontinuierliche, finanzielle Investitionen

Schulen benötigen Investitionen. Die grüne Tafel alle 10 Jahre zu erneuern hat ausgedient. Die Ausstattung  der Gebäude und  Räume und insbesondere der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrerinnen und Lehrer durch Bund, Länder und Kommunen muss höchste Priorität haben.